Gezinkte Karten

Gepostet am 5. August 2010 von admin | Keine Kommentare

Im Englischen: papers, readers oder doctored decks.

Gezinkt kommt aus einer Zeit, als Handwerkergesellen durch die Lande streiften und so von Haus zu Haus zogen. Sie entwickelten dabei eine Art Geheimsprache untereinander: Beim Verlassen eines Hauses/einer Gastfamilie hinterließen Handwerker Zeichen an deren Häusern, die den Besitzern nicht auffielen, welche andere Handwerker aber lesen konnten und so Informationen über ihre zukünftige Gastfamilie erhielten. Das Versehen des Hauses mit geheimen unauffälligen Zeichen nannte man Zinken.

Gezinkte Karten sind nun Karten, welche durch gewisse Markierungen den Eingeweihten Informationen (z.B. welche Farbe und welches Bild) sich auf der anderen Seite der Karte verbirgt. Dabei gibt es verschiedene Arten von Markierungen. Zum Beispiel können auf der Musterung auf der Rückseite feine Unterschiede zu bemerken sein. Diese fallen Uneingeweihten erst nach relativ langer Betrachtungszeit auf. Man kann versuchen diese Markierungen selbst (z.B. mit dünnem Bleistift) zu machen, jedoch sind Maschinengefertigte Karten hier meist eindeutig schwerer als gezinkt zu identifizieren. Manchmal wird auch ein 3D-Effekt ausgenutzt. Hierbei geben feine Stacheln auf den Kartenrücken dem Zauberer oder Kartenspieler Aufschluss auf die Karte die er in der Hand hält. Selten und auch teurer sind Karten, die mit gewissen Leuchtfarben bedruckt sind und deren Nachricht man nur mit einer bestimmten Brille oder Kontaktlinsen sehen kann.
In der Vergangenheit und auch heute wurden gezinkte Karten zum Falschspiel eingesetzt. Das Falschspielen mit gezinkten Karten ist jedoch rechtlich als Betrug anerkannt und wird strafrechtlich verfolgt. Ohne Betrug aber trotzdem sehr lukrativ ist das Versenden von SMS kostenlos über das Internet.  Kasinos wird als Gegenmaßnahme häufig das Kartendeck getauscht und sich so vor Spielern geschützt, welche unauffällig gezinkte Karten untermischen.

In der Welt der Zauberei werden gezinkte Karten für Kartentricks benutzt. Eine vom Zuschauer zufällig gewählte Karte eine in einem gemischten Stapel wieder zu finden, stellt nun kein Problem mehr dar. Anfänger werden so zu richtigen Zauberkünstlern. Profis jedoch verzichten meist auf gezinkte Karten, da sie durch ihre Handfertigkeit mit ungezinkten Decks Zaubern können.

Gezinkte Karten stellen aber auf jeden Fall für jeden Magier eine lohnenswerte Anschaffung dar.

Dieser Eintrag wurde am Donnerstag, August 5th, 2010 um 18:42 veröffentlicht und ist unter Alle Tricks abgelegt. Verfolge die Kommentare im RSS 2.0 Feed! Kein KOmmentieren, Keine Trackbacks, nichts!


Bookmarke diesen Post:
Digg Del.icio.us Reddit Furl Google Bookmarks StumbleUpon Windows Live Technorati Yahoo MyWeb



Comments are closed.